Aussehen:

Der Akita ist ein schöner, sportlicher und würdevoller Hund von ausgewogenem Körperbau ohne körperliche Übertreibungen, der in Charakter und Aussehen Urvater Wolf noch erkennen lässt. Mit seiner klaren weißen Gesichtsmaske, den sprechenden dunklen Augen, den aufmerksam gespitzten Ohren und dem kecken Lächeln um die Nase spricht er auch Menschen an, die sonst mit Hunden eher nichts am Hut haben. Sein Flirtfaktor ist enorm, kein Spaziergang, auf dem ein Akita-Besitzer nicht auf seinen schönen Hund angesprochen wird. Der sprichwörtliche dichte Akita-Pelz, gut gefettet und damit schmutzabweisend animiert auch Fremde dazu, ihre Hände darin zu vergraben – was die wenigsten Akita schätzen, aber stoisch über sich ergehen lassen.
Aber gerade das attraktive Äußere verführt dazu, unter dem Streichelfell den nächsten Verwandten des Wolfes zu übersehen. Der Akita ist kein Plüschtier, sondern höchst lebendig und auch als jahrtausendealtes Haustier immer noch ein Beutegreifer von ganz eigenem Charakter.

Charakter:
Um die Frage nach dem Charakter zu beantworten, muss man sich das Bild des Akita und seiner ursprünglichen Aufgaben vor Augen halten. Der Akita ist ein dem Wolf genetisch sehr nah verwandter, ursprünglicher Hund, der natürliche Verhaltensweisen, die anderen Rassen verloren gegangen sind, immer noch zeigt. Einerseits ist er wie sein Vorfahr ein Rudeltier, andererseits ein als Einzelgänger gezüchteter Arbeitshund, der als Bärenjäger und Wachhund eine Aufgabe selbständig zu erledigen hatte. Und daraus erklären sich die den Akita besonders auszeichnenden Charaktereigenschaften: Ein ruhiger, würdevoller Hund mit großer Individualdistanz, starkem Rangordnungsbewusstsein und hoher Problemlösungskompetenz, selbstbewusst, eigenständig bis eigensinnig, mutig und intelligent.

Zu Hause ist er der ideale Hausgenosse. Er ist ruhig und wird deshalb trotz seiner Größe kaum lästig. Seine Menschen liebt er über alles, zeigt das aber selten mit Überschwang, sondern eher japanisch-dezent. Fremde Menschen werden mit wenigen Wuffs gemeldet und wenn sie von seinen Menschen akzeptiert werden, freundlich empfangen, Bekannte werden begeistert begrüßt. Draußen verhält er sich gegenüber Menschen uninteressiert bis freundlich.

Als allein oder zu zweit arbeitender Bärenjäger brauchte der Matagi-Inu nicht nur eine gute Nase, sondern auch Selbstsicherheit, Eigenständigkeit, Mut, Reaktionsschnelligkeit und Intelligenz für schnelle Entscheidungen. Diese Eigenschaften zeigt der Akita noch heute. Auch wenn er längst keine Bären mehr jagt, der Akita braucht eine Beschäftigung, die den ganzen Hund und vor allem seine grauen Zellen fordert – am besten geeignet sind deshalb Nasenarbeit wie Suchspiele, Stoffidentifikation, Fährtenarbeit oder Mantrailing.

Obedience-Wettbewerbe wird er wohl eher nicht gewinnen, die immer gleichen Unterordnungsübungen widersprechen seinem eigenständigen Charakter, der Kommandos erst mal auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft, bevor er sie in Akita-Geschwindigkeit (also eher gemächlich) befolgt

Die Jagdleidenschaft des Matagi tragen viele Akita noch heute in sich. Das bedeutet nicht, dass ein jagdbegeisterter Akita nur an der Leine durch Wald und Flur geführt werden kann. Aber es erfordert ein durchdachtes Antijagdtraining und alternative Beschäftigungen wie Nasenarbeit, um den Jagdtrieb kontrolliert befriedigen zu können.

Seine „Arbeitsintelligenz „ ist wenig ausgeprägt, weshalb er im Buch „Die Intelligenz der Hunde“ von Stanley Coren nur einen der hinteren Ränge belegt. Allerdings schränkt der Autor ein, dass nur die Gehorsams- und Arbeitsintelligenz geprüft wurde - die Fähigkeit und Bereitschaft Kommandos freudig, schnell und ohne zögern auszuführen. Die meisten Akita-Besitzer werden das bestätigen können – Kadavergehorsam ist nicht sein Ding. Geht es aber um Problemlösungs-Kompetenz, die Fähigkeit, in ungewohnten Situationen selbständige Entscheidungen zu treffen und originelle Lösungen zu finden, dann ist der Akita in seinem Element. Oder ein bisschen augenzwinkernd „ der Akita findet überraschende Lösungen für Probleme, die man ohne ihn gar nicht hätte“.

Im Umgang mit anderen Hunden zeigt der Akita in vielen Lebenssituationen Verhaltensweisen, die in anderen Rassen weniger ausgeprägt oder durch gezielte Zucht längst verloren gegangen sind. Als Rudeltier unterscheidet er dabei genau zwischen „Rudel“-Mitgliedern und Fremden. Sein Rudel – seine Halterfamilie, andere im Haushalt lebende Artgenossen und andere Haustiere –sind sein ein und alles. Seinen Hundefreunden ist er ein prima Kumpel. Fremde Artgenossen dagegen werden von ihm vorrangig als Konkurrenten wahrgenommen und dann auch so behandelt – je nach Situation ignoriert, verjagt oder unterworfen. Dabei sind die Hündinnen in der Regel zurückhaltender als die Rüden und ignorieren fremde Hunde eher. Unterstützt wird dieses Verhalten durch andere akita-typische Eigenschaften:

Zum einen hat der als Einzelgänger gezüchtete Akita nur wenig Bedürfnis nach hundlichen Kontakten, hält sich z.B. auf Hundewanderungen eher abseits – Kontakte zu Menschen sind ihm wichtiger als die zu seinesgleichen. Zum anderen ist da die große Individualdistanz des Akita – er erwartet von Entgegenkommenden, dass sie sich langsam nähern, höflich Abstand halten und Beschwichtigungsgesten zeigen. Auf das ungebremste Anstürmen unbedarfter „Der-tut-nix“ – auch wenn sie es noch so nett meinen - reagiert er oft ungehalten.

Und zuletzt ist sein Rangordnungsbewusstsein öfter der Anlass, auf einen fremden Hund loszubrausen, um mal kurz zu klären, wer Chef im Ring ist. In den Weiten Sibiriens wäre dieses Verhalten zum Schutz des Rudels auch durchaus angemessen. Im dicht besiedelten Mitteleuropa mit ständigen Hundebegegnungen auf engstem Raum ist das oft ohne Vorwarnung überfallartige Drauflospreschen für fremde Hunde und vor allem deren Besitzer unzumutbar. Für den Halter bedeutet das, seinen Akita mit und ohne Leine unter Kontrolle zu halten, vorausschauend zu agieren und im Zweifelsfall kritische Situationen zu meiden oder ihnen auszuweichen. Der Akita – zumindest der Akita-Rüde - ist selten ein Hund für die Hundewiese.
Verantwortungsvolle Züchter berücksichtigen deshalb bei der Auswahl ihrer Zuchthunde neben Aussehen und Gesundheit auch den Charakter und da besonders die Sozialverträglichkeit.

Erziehung:
Schon allein aufgrund seiner Größe und Kraft braucht der Akita Erziehung. Nicht die viel zitierte harte Hand, die weckt im Akita nur Sturheit und Verweigerung - dem verdutzten Besitzer kann es dann durchaus passieren, dass ihn sein Hund einfach stehen lässt. Stattdessen braucht man einen klugen Kopf, der mit Sachverstand, einem klaren Konzept, Geduld, Konsequenz, Motivationsgabe, Humor und Fantasie arbeitet und sich nicht so schnell entmutigen lässt.

Aufgrund seiner Charaktereigenschaften braucht der Akita mehr als mancher andere Hund einen selbstsicheren und konsequenten Halter, der fünfe eben nicht grade sein lässt, sondern klare und eindeutige Regeln aufstellt und durchhält. Der Akita muss wissen, dass er nicht die Nr. 1 und auch nicht die Nr. 2, sondern immer die letzte Nummer ist. Das gilt im Haus wenn es um Liegeplätze, Fütterung, Beschäftigung usw. geht. Und das gilt draußen, wenn es um Spaziergang, Freilauf, Jagdleidenschaft und die Begegnung mit fremden Artgenossen geht. Oberste Regel ist: Der Mensch stellt die Regeln auf und alle halten sich dran – der Mensch agiert, der Hund reagiert.

Daneben braucht der Akita eine frühzeitige Gewöhnung an Artgenossen, um seinem Einzelgängertum entgegen zu wirken. Dazu muss er lernen, seine manchmal groben und prolligen Umgangsformen seinen Partnern anzupassen. Im Welpen- und Junghundekurs kann er lernen auf andere Rücksicht zu nehmen – wenn er korrigiert wird. Wenn nicht, dann entwickelt sich ehe man´s versieht der Macho, der seinem Besitzer weniger Freude macht. Deshalb braucht der Akitawelpe sozial erfahrene erwachsene Hunde, die ihm den Hunde-Knigge beibringen und kompetente, möglichste akita-erfahrene Hundetrainer.

Aber auch mit bester Sozialisierung und Erziehung – der Akita ist – gerade im Umgang mit Artgenossen - kein leichtführiger Hund. Wer sich von der Schönheit des Akita verführen lässt, ansonsten aber den Traum hat, mit seinem Hund täglich auf die Hundewiese zu gehen und dort vergnüglich und ungestresst dem Rumtollen der Hunde zuschauen zu können – der sollte sich nach einer anderen Rasse umsehen.Wer sich aber auf den Akita einlassen will, sich gerade für das Wesen dieser noch recht urtümlichen Hunde begeistern kann, ihre Unabhängigkeit und ihre Selbständigkeit schätzt, der bekommt einen großartigen Hausgenossen und unerschütterlichen Begleiter in (fast) allen Lebenslagen – einen richtigen Hund.

übernommen vom Japan Akite eV.

 

 

 Mensch & Hund zum besseren Verständniss !

 1.

Mein Leben dauert 10 - 15 Jahre. Jede Trennung von Dir, wird für mich Leiden bedeuten. Denke daran, bevor Du mich anschafftst !


2.
Gib mir Zeit zum verstehen, wenn Du von mir verlangst! Ich will dich nicht enttäuschen !

3.
Setze Vertrauen in mir, ich lebe davon !

 4.

Zürne mir nie lange, und sperre mich zur Strafe bitte nicht ein ! Du hast deine Arbeit, dein Vergnügen und deine Freunde. Ich aber habe nur dich !


5.
Sprich mit mir ! Wenn ich auch deine Worte nicht immer ganz verstehe, so doch deine warme Stimme die sich an mich wendet !

6.
Wisse,wie auch immer an mir gehandelt wird, ich vergesse es nie!

 

7.

Bedenke wenn du mich schlägst, das mein Kiefer deine zarten Fingerknöchel mit Leichtigkeit zermalmen könnten, ich aber keinen Gebrauch davon mache.

8.

Lass mich deine Wärme und Zuneigung spüren. ich brauche beides, wie Futter und Wasser und werde es Dir danken, so lange ich lebe.

9.

Versuche mich zu verstehen, wenn einmal ein Missgeschick passiert oder ich nicht das mache, was du von mir erwartest! Vielleicht habe ich schlechtes Futter gefressen, zu lange in der Sonne gelegen oder mein Herz ist alt und müde.

10.

Kümmere Dich um mich wenn ich alt werde, auch du wirst einmal alt sein. Verlass mich nicht in schweren Stunden! Ich brauche deine Nähe! Und bitte sage wenn einmal die Zeit kommen sollte, auf meinem letzten Weg nicht: " Das kann ich nicht sehen" oder Ich will nicht dabei sein!!!!

 

 

Akitazucht vom Zwinger No Sh`chi Kosho chitai    akitainude@gmx.de